AETAS Kinderstiftung erhält 270.000 Euro für KinderKrisenIntervention

Krisenintervention | AETAS Kinderstiftung | CSU-Fraktion | Scheckübergabe | Bernhard SeidenathV. l. n. r.: Dr. Ute Eiling-Hütig, Bernhard Seidenath, Florian Rauch, Tita Kern, Helmut Radlmeier, Simon Finkeldei – Foto: Oliver Neumann

Eine große Summe für die KinderKrisenIntervention: Die AETAS Kinderstiftung erhält für ihre Arbeit 270.000 Euro aus der so genannten Fraktionsreserve der CSU-Landtagsfraktion. Den symbolischen Scheck überreichten die Landtagsabgeordneten Ute Eiling-Hütig, Helmut Radlmeier und Bernhard Seidenath am 17. April Geschäftsführer Florian Rauch und den fachlichen Leitern Tita Kern und Simon Finkeldei. „Damit können wir in Zukunft noch mehr Kindern in seelischer Not beistehen und professionelle Unterstützung anbieten“, sagt Geschäftsführer Florian Rauch.“

„Gut angelegtes Geld“

Stellvertretend für den Arbeitskreis Gesundheit und Pflege würdigte Bernhard Seidenath die Arbeit der AETAS Kinderstiftung: „Verletzte Kinderseelen leiden oft ein Leben lang. Die KinderKrisenIntervention der AETAS-Kinderstiftung versucht, möglichst direkt nach dem Ereignis anzusetzen, und unterstützt Kinder und Jugendliche, die akut schwerste Psychotraumata erlebt haben, beispielsweise den Suizid eines Elternteils in der Wohnung oder den Amoklauf in München im Juli 2016.“ Zwar gebe es betroffene Kinder, die ein solches Trauma ohne therapeutische Hilfe bewältigen, aber viele gerieten in die Gefahr, eine posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln, an deren Folgen sie unter Umständen lebenslang leiden.

„Die Mitarbeiter der AETAS-Kinderstiftung nehmen sich innerhalb sehr kurzer Zeit eines jeden Kindes an, beraten, begleiten und unterstützen es bei der Alltagsbewältigung nach dem Ereignis. Wenn nötig, wird die weitere Betreuung organisiert bzw.  während einer möglichen Wartezeit auf einen Therapieplatz die weitere Unterstützung gewährleistet“, so Seidenath. Dies ergänze in wunderbarer Weise die Krisendienste, die durch das neue Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz eingerichtet werden. „Mit den 270.000 Euro wird geholfen. Es ist gut angelegtes Geld“, erklärte Seidenath gemeinsam mit seinen Landtagskollegen Eiling-Hütig und Radlmeier.

Fester Bestandteil des Alarmplans der Rettungsdienste

Im Rahmen eines Runden Tisches des bayerischen Gesundheitsministeriums waren sich im vergangenen Sommer alle Teilnehmer darüber einig, dass die KinderKrisenIntervention der AETAS Kinderstiftung ein in dieser Form einzigartiges Hilfsangebot darstellt, das keinem der vorhandenen Hilfssysteme – Krankenkassen, Krisendienste, Jugendhilfe – eindeutig zugeordnet werden kann. Gleichwohl ist die AETAS Kinderstiftung mittlerweile fester Bestandteil des Alarmplans der Rettungsdienste in München. Sie wird in besonderen Lagen mit betroffenen Kindern alarmiert und ist in diesen Fällen schon in der akuten Krisenintervention speziell für Kinder und Jugendliche aktiv. Über die akute Krisenintervention hinaus leistet sie ein intensives, hochindividuelles Betreuungsangebot.

„Das Geld wird uns dabei helfen, den Regelbetrieb unserer wichtigen Arbeit zu stabilisieren und auszubauen“, sagt Florian Rauch. Denn die Hilfsangebote der AETAS Kinderstiftung sind für die Betroffenen kostenlos und werden aus Spenden finanziert. Dabei ist die Zahl der betreuten Kinder in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Im Jahr 2017 waren 539 betroffene Kinder in Kontakt mit der AETAS Kinderstiftung. „Die AETAS Kinderstiftung schließt eine Lücke in der Versorgung traumabelasteter Kinder“, sagt Florian Rauch.