Staatsministerium fördert Projekt „Kurswechsel“

Das bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales fördert seit dem 1. Dezember 2019 ein Pilotprojekt der AETAS Kinderstiftung. Unter dem Titel „Kurswechsel – ein Projekt zum Gewaltschutz und zur Gewaltprävention zur Unterstützung gewaltbetroffener Familien und betrauter Fachkräfte in Bayern“ wird das Projektteam der AETAS Kinderstiftung ein Konzept und verschiedene Materialien für frühe Hilfen nach Suiziden innerhalb des Bezugssystems erarbeiten.

Jährlich sterben in Deutschland knapp 10.000 Menschen durch Suizid. Schätzungen gehen davon aus, dass sich etwa zehn- bis vierzigmal so viele Suizidversuche ereignen. Diese Form tragischer Gewalt, die gegen die eigene Person gerichtet ist, hat vielfältige Auswirkungen auf indirekt mitbetroffene Kinder und Bezugspersonen.

Sozialministerin Kerstin Schreyer drückte in einer Pressemitteilung ihre Freude darüber aus, das Projekt fördern zu können und betonte dessen Wichtigkeit.

Netzwerklandkarte und Materialien

Der Fokus des Projekts „Kurswechsel“ liegt einerseits direkt auf den von Suiziden betroffenen Familiensystemen sowie andererseits auf Fachkräften, die im Rahmen ihrer Tätigkeit mit betroffenen Kindern, Jugendlichen und deren Bezugspersonen betraut sind. Konkret soll nach einer systematischen Erhebung eine bayernweite Netzwerklandkarte der bestehenden spezifischen psychosozialen Versorgungsstrukturen entstehen. Darüber hinaus wird die AETAS Kinderstiftung Materialien entwickeln, die betroffenen Kindern und Bindungspersonen hilfreiche Unterstützungsansätze und Möglichkeiten zur Einschätzung des eigenen Belastungsgrades zur Verfügung stellen sollen. Für Fachkräfte werden e-learning Module erstellt, mit denen sie ihr Wissen und ihre Kompetenzen im Bereich der Kinderkrisenintervention nach innerfamiliären Suiziden und anderen traumatischen Lebensereignissen ausbauen können.

Das Staatsministerium stellt für das Projekt 128.000 Euro zur Verfügung. Die Projektlaufzeit beträgt 13 Monate, von 1. Dezember 2019 bis 31. Dezember 2020.