Tita Kern

kernSchon in der Ausbildung zur Rettungssanitäterin Ende der 1990er-Jahre fühlte sich Tita Kern zu denjenigen hingezogen, die einen Unglücksfall hilflos miterleben mussten.

Nach Abschluss der Ausbildung begann sie deshalb bei der Krisenintervention im Rettungsdienst KIT München mitzuarbeiten – zunächst ehrenamtlich, bald hauptberuflich. Parallel dazu studierte sie und machte ihren Master in Psychotraumatologie. Zudem ließ sie sich zur systemischen Familientherapeutin ausbilden.

Bei ihrer Arbeit erlebte Tita Kern, wie dankbar Eltern für die Hilfe der Krisenintervention waren. Andererseits machte sie immer wieder die Erfahrung, dass den Familien Stunden, Tage oder Wochen nach dem Ereignis weitere Unterstützung fehlte. Ihr wurde klar, dass Familien nach einem traumatischen Ereignis über längere Zeit unkomplizierte individuelle Hilfe brauchen – und sie machte sich daran, ein Konzept für diese Hilfe zu entwickeln. Die „Aufsuchende Psychosozial Systemische Notfallversorgung“ (APSN) wurde 2007 Grundlage des Pilotprojekts „KIDS – Kinder nach belastenden Ereignissen stützen“, das beim Arbeiter-Samariter-Bund München angesiedelt war und das Tita Kern bis 2011 fachlich leitete.

Nach einer Zwischenstation beim Trauma Hilfe Zentrum München fand das Kinderprojekt 2013 schließlich Basis und Hafen in der AETAS Kinderstiftung, die Tita Kern fachlich leitet.

Das APSN-Konzept wurde 2009 von der „A Tribute to Bambi Gala“ ausgezeichnet. Tita Kern wurde 2013 mit dem Ellen-Ammann-Preis des Katholischen Deutschen Frauenbundes gewürdigt.