Vom 17. bis 19. Juni 2026 fand im Evangelischen Augustinerkloster in Erfurt der 21. Bundeskongress Notfallseelsorge und Krisenintervention statt. Unter dem Motto „Alles bleibt anders. Resilienzen neu denken.“ kamen rund 300 Fachkräfte und Ehrenamtliche aus ganz Deutschland zusammen, um aktuelle Entwicklungen in der Krisenintervention und Psychosozialen Notfallversorgung zu diskutieren.

Die AETAS Kinderstiftung war bei diesem wichtigen Fachkongress mit zwei Beiträgen vertreten.

Unsere psychotherapeutische Leitung Simon Finkeldei und Sebastian Hoppe (Psychologe AETAS Kinderstiftung) standen mit ihren Beiträgen insgesamt viermal auf der Bühne und brachten zentrale Erkenntnisse aus Forschung und Praxis in den bundesweiten Fachdiskurs ein.

Im Mittelpunkt stand unter anderem die Frage, wie psychosoziale Akuthilfe von Betroffenen selbst erlebt wird. Vorgestellt wurden aktuelle Forschungsergebnisse zur Evaluation psychosozialer Akuthilfe aus Sicht Betroffener – ein Bereich, zu dem es bislang nur wenige systematische Erhebungen gibt.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Begleitung von Menschen in komplexen Schadenslagen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen nach belastenden Ereignissen. Anhand konkreter Erfahrungen aus der Praxis wurden Herausforderungen, Risiken und wirksame Strategien in der Akutbegleitung aufgezeigt.

Gerade die Begleitung junger Menschen nach schweren Krisenereignissen erfordert spezialisierte, sensible und wissenschaftlich fundierte Unterstützung. Der Austausch in Erfurt hat erneut deutlich gemacht, wie wichtig es ist, Forschung, Praxis und interdisziplinäre Zusammenarbeit konsequent miteinander zu verbinden.

Wir freuen uns sehr, dass die Expertise der AETAS Kinderstiftung auf Bundesebene gefragt ist und wir unsere Erfahrungen aktiv in die Weiterentwicklung der Psychosozialen Notfallversorgung einbringen konnten.

Der Kongress hat wertvolle Impulse gesetzt und wir freuen uns, unsere Expertise in den bundesweiten Fachdiskurs einbringen zu können.

Tita Kern, Fachliche Leitung der AETAS Kinderstiftung, Patrick Fornaro, Mitgründer von trauma.help und Matthias Riedel-Rüppel vom Kleinen Theater Haar

 

Am 19.Juni 2023 las Autorin Claudia Gliemann im Kleinen Theater Haar aus ihrem Buch „Rotkäppchen, wie geht es Dir?“ In diesem Buch beschäftigt sich die Autorin mit der Frage, wie das Märchen von Rotkäppchen weitergegangen sein könnte und wie es Rotkäppchen ging, als ihm bewusst wurde, dass der Wolf die Großmutter gefressen hatte und es selbst in Lebensgefahr war. Das Buch erzählt eine mögliche Variante der Geschichte und geht der Frage auf den Grund, wie es Kindern geht, die etwas Schlimmes erleben mussten. Es geht dabei um die Themen Vertrauen, Scheitern und Nicht-Aufgeben. Als Figur an der Seite von Rotkäppchen wird der Bär eingeführt, der das Kind auf seinem Weg begleitet und unterstützt. Die Geschichte ist dabei gefühlvoll, leise und poetisch. Da passt es gut, dass die Autorin auch Singer-Songwriterin ist – mit ebenso gefühlvollen und poetischen Liedern wurde die Lesung von ihr musikalisch gerahmt.

Der Autorin ist es ein Anliegen, Gefühle in Worte zu fassen, für die oft keine Worte finden – ein Thema, das auch in der anschließenden Podiumsdiskussion aufgegriffen wurden. Hier haben Tita Kern die Fachliche Leitung der AETAS Kinderstiftung und Patrick Fornaro von trauma.help im Gespräch mit Matthias Riedel-Rüppel vom Kleinen Theater Haar aus ihren Erfahrungen mit der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen berichtet. Es wurde deutlich, wie wichtig eine adäquate und rechtzeitige Versorgung dieser Gruppe ist und wie schwierig es gleichzeitig ist, hier den Bedarf zu decken. Dabei verfolgen die AETAS Kinderstiftung und trauma.help ein gemeinsames Ziel, nämlich dass jedes traumatisierte Kind einen „Bär“ an seiner Seite hat, der ihm hilft, die schlimmen Erlebnisse zu verarbeiten.

Tita Kern, Fachliche Leitung der AETAS Kinderstiftung und Patrick Fornaro von trauma.help im Gespräch mit Matthias Riedel-Rüppel vom Kleinen Theater Haar